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LIEGENSCHAFTSSTRATEGIE

Sparen wir uns weg?

Sparen heisst verzichten – wo aber liegt die Schmerzgrenze?

Weil die Steuereinnahmen langfristig sinken, soll bei den Liegenschaften gespart und diese konsequent bewirtschaftet werden. Im Rahmen der Liegenschaftsstrategie soll das Vorgehen bestimmt werden.

Die Basis dazu legte der Grosse Kirchenrat mit seinem Entscheid am 27. November 2013, als er als strategisches Ziel beschloss, die jährlichen Liegenschaftskosten um 50% zu senken. Ein Entscheid, der aufgrund unterschiedlichster Meinungen viele Diskussionen auslöste – Meinungen von «absolut richtig», über «fragwürdig» bis «völlig daneben».

Wenn das Geld fehlt, muss man verzichten lernen. Man überlegt sich gut, für was man das Geld ausgibt, zieht günstigere Lösungen vor und schaut, was man noch alles unternehmen will, um die Kosten zu senken. Tatsache ist, dass die reformierte Bevölkerung in Bern markant zurückgegangen ist und sie auch weiterhin abnehmen wird. Es ist daher nachvollziehbar, dass es weniger Gebäude braucht als in der Vergangenheit. Doch ist diese Rechnung so einfach? Im Berner Westen haben die Kirchgemeinden Bümpliz und Bethlehem viele Gebäude bereits abgegeben. Gäbelhus und Chleehus, Pfarrhäuser, Büros, Räume in den Quartieren Die zur Verfügung stehende Fläche wurde in all den Jahren immer kleiner. Im Gegensatz dazu finden aber mehr Veranstaltungen denn je statt und treffen sich auch mehr Menschen, sind doch unsere Veranstaltungen offen für alle Einwohnerinnen und Einwohner unseres Stadtteiles, welcher zahlenmässig zugenommen hat.

Im Berner Westen leben zudem viele Menschen mit bescheidenem Einkommen. Viele suchen Rat und Unterstützung, suchen Treffpunkte, Orte mit Menschen, mit denen sie sich austauschen können. Viele davon bringen sich aktiv als Freiwillige ein und helfen mit, Angebote aufrecht zu erhalten. Bei der Liegenschaftsstrategie wird dies nicht berücksichtigt. Dort macht man eine einfache Rechnung, welche nur die Anzahl reformierter Mitglieder berücksichtigt, was reichen muss, um alle Liegenschaftskosten zu decken.

Ein ad-hoc-Ausschuss des Kleinen Kirchenrats hat die nächsten Umsetzungsschritte vorbereitet. Der hat es in sich: Während die Innenstadtkirchen praktisch «gesetzt» sind, sieht es für die Gemeinden in der Agglomeration düster aus. Gemäss Arbeitspapier werden für Bümpliz/Bethlehem weitere Massnahmen (Abgabe von Gebäuden) «wohl unumgänglich sein» – will heissen, der Westen soll auf einen weiteren Standort verzichten. Dies kommt für uns nicht in Frage und wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um zu verhindern, dass es soweit kommt. Bis Ende März 2019 wird von den Kirchgemeinden eine Stellungnahme zu den «Lösungsvorschlägen» des adhoc-Ausschuss erwartet. Nicht überraschend: Im Arbeitspapier ist längst nicht alles erfasst, was wir bereits getan haben, sind Fehler enthalten und werden nebenbei die Speilregeln «verändert».

Die Kirchgemeinderäte Bümpliz und Bethlehem werden eine entsprechende Antwort geben.

Daniel Fischer ,
Pr äsident des Kirch gemeinderates

Alle Dokumente finden Sie hier
Weitere Informationen zum Projekt
«Kirchgemeinde Bern» sind auf
www.kgbern.ch verfügbar.




 

Nach dem Lesen des Arbeitspapiers ... 




Liegenschaftsstrategie

Die Dokumente zur Liegenschaftsstrategie der Gesamtkirchgemeinde finden Sie hier:

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OFFIZIELLE MEDIENMITTEILUNGVOM 29. JUNI 2018


Die Umsetzung der Liegenschaftsstrategie wird konkret

Weil die Steuereinnahmen langfristig sinken, will die Evangelisch-reformierte Gesamtkirchgemeinde Bern (GKG) bei den Liegenschaften sparen und diese konsequent bewirtschaften. Das soll ihr erlauben, auch in Zukunft in den Quartieren präsent zu sein. Grundlage ist die Liegenschaftsstrategie 2014, mit der eine Halbierung der Liegenschaftskosten von rund CHF 11 Mio. auf CHF 5,5 Mio. anvisiert wird. Das Vorhaben mit Zeithorizont 2023 wird mit Unterstützung der 12 Kirchgemeinden umgesetzt. An einer Informationsveranstaltung wurden die Kirchgemeinden über die nächsten Schritte informiert. Dabei wurden auch mögliche Lösungsvorschläge des Kleinen Kirchenrates präsentiert.

Ziel der Liegenschaftsstrategie ist die effizientere Nutzung und bessere Bewirtschaftung der Liegenschaften der Gesamtkirchgemeinde. Zudem sollen Liegenschaften, die von den Kirchgemeinden nicht mehr selbst genutzt oder benötigt werden, ins Finanzvermögen der Gesamtkirchgemeinde überführt und danach grundsätzlich an die neu gegründete Immobiliengesellschaft RefBernImmo (RBI AG) übertragen werden. Dies ist kürzlich unter anderem mit dem «Ensemble Rossfeld» (Matthäuskirche, Kirchgemeindehaus, Pfarrhaus) und dem Kirchgemeindehaus in Bremgarten gemacht worden. Die RBI AG – sie gehört der Gesamtkirchgemeinde – entscheidet in Zukunft über die künftige Nutzung dieser Liegenschaften (wie Vermietung, Verkauf im Baurecht). Der Gewinn der RBI AG soll langfristig dazu beitragen, das kirchliche Leben der Reformierten Kirche in der Stadt Bern sicherzustellen.


Vorgaben des Grossen Kirchenrats

Die Liegenschaftsstrategie öffnet auch der Ökumene neue Möglichkeiten für Gebäudenutzung und kirchliche Aktivitäten. Erste Beispiele gibt es in Bremgarten (Reformierte mieten sich bei Katholiken ein), in Bethlehem (Berner Reformierte, christliche Eritreer und katholische Kroaten nutzen gleichen Kirchenraum) oder im Zusammengehen der Kirchgemeinde Bümpliz mit der Gemeinwesenarbeit Stadt Bern (Stöcktreff). Der Grosse Kirchenrat (Parlament) hat für die Umsetzung der Liegenschaftsstrategie seine Leitplanken gesetzt. Die Strategie mit Zeithorizont 2023 basiert auf klaren Grundsätzen:

- 5 Planungskreise, in denen das kirchliche Leben (inkl. Gottesdienste) stattfindet.

- Bestmögliche Eignung der Räume zur Erfüllung des kirchlichen Auftrags.

- Alle Innenstadtkirchen bleiben im Verwaltungsvermögen.

- Auslagerung nicht mehr benötigter Gebäude in die RBI AG.



Information der Kirchgemeinden

Ein ad-hoc-Ausschuss des Kleinen Kirchenrats hat nun die nächsten Umsetzungsschritte vorbereitet. Für jeden Planungskreis wurden das aktuelle Zahlenmaterial (Kirchenmitglieder, Liegenschaftskosten, verfügbare Mittel für Liegenschaften, Liegenschaftskosten pro Mitglied usw.) zusammengetragen, mit den bisherigen Ideen der Kirchgemeinden, einem Kommentar

des Kleinen Kirchenrats und möglichen Lösungsvorschlägen ergänzt. Diese kompakten Informationen wurden nun an einer Informationsveranstaltung im Kirchgemeindehaus Johannes präsentiert, an der rund 80 Vertreterinnen und Vertreter der Kirchgemeinderäte und des Grossen Kirchenrates teilnahmen. Die ersten Reaktionen zeigten eine mässige Begeisterung, Kritik an einzelnen Vorschlägen aber auch Bereitschaft zur Zusammenarbeit über die heutigen Grenzen der Kirchgemeinden. Die Vertretungen zeigten sich gesprächsbereit, einzelne sprachen sogar von einer Chance, die sich hier eröffne.


Weitere Auskünfte:
- Andreas Hirschi, Präsident Kleiner Kirchenrat, T 031 926 24 91, hirschi.gurtner@bluewin.ch

- Bruno Banholzer, Stv. Kirchmeier, T 031 370 71 30, bruno.banholzer@refbern.ch