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OEME & INTEGRATION |
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Brot für alle - Fastenopfer: Aktion 2010
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Mit dem Essen spielt man nicht!
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Was verantwortungsbewusste Eltern ihren Kindern bei Tisch beibringen, zählt für die Weltwirtschaft längst nicht mehr: Spekulation mit Lebensmitteln, unfaire Handelsregeln und Dumpingpreise sind an der Tagesordnung. Deshalb kommt es zum Skandal, dass Menschen trotz fruchtbarem Land in Getreideanbaugebieten hungern müssen.
«Stoppt den unfairen Handel: rechtaufnahrung.ch» – in der diesjährigen Kampagne von «Brot für alle» und «Fastenopfer» zeigen die kirchlichen Hilfswerke Möglichkeiten auf, wie auch in der heutigen Weltordnung gerechter Handel möglich ist. Ein belebter Marktplatz irgendwo auf der Welt. Ein Mann und eine Frau feilschen lange und laut um den Preis eines Hahns und schauen einander dabei in die Augen. Schliesslich einigen sie sich und gehen zufrieden nach Hause. Einmal mehr hat sich der Marktplatz als Ort erwiesen, wo gleichberechtigte Menschen fairen Handel treiben. Der Weltmarkt ist leider kein solcher Ort. Hier begegnen sich nicht Produzentinnen und Konsumenten, sondern Makler und Agenten, die das Spiel der Spekulation spielen. Sie schauen einander dabei nicht in die Augen, sondern sie beobachten Bildschirme mit Preisen und Börsenkursen von Handelsgütern.
Das diesjährige Kampagnenplakat (siehe Bild) zeigt dies anschaulich: Eine internationale Männerrunde sitzt am Pokertisch. Statt Geld heimst der Gewinner Berge von Lebensmitteln ein. Ein Sinnbild für den globalen Handel. Die Marktmacht sitzt bei denen, die das Spiel dominieren und den grössten Einsatz leisten können. So kommt es z.B., dass in Afrika europäische Import-Poulets viel günstiger zu haben sind als einheimische Hühner. Bauernfamilien verlieren dadurch ihre einzige Einkommensquelle. So kommt es z.B., dass australische Äpfel auf den Philippinen viel billiger angeboten werden als einheimische Mangos. Kleinbauern müssen aufgeben, weil sie ihre Produkte nicht mehr vermarkten können. Sie werden ihrerseits von billigen Importprodukten abhängig und verarmen. Die Zahl der Hungernden ist weltweit auf über eine Milliarde gestiegen.
Die Pokerlogik auf dem Weltmarkt widerspricht christlicher Ethik. Als die Jüngerinnen und Jünger hungerten, erlaubte Jesus ihnen, am Sabbat Ähren abzureissen. Er stellte das Recht auf Nahrung über das Gesetz. Die dritte oekumenische Kampagne zum Recht auf Nahrung steht deshalb unter dem Motto: «Stoppt den unfairen Handel!» Denn gerechter Handel ist nicht nur ein Traum, sondern bereits Realität: lokale Handelsnetze und Fair-Trade-Organisationen respektieren die Menschenrechte und sind gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich.
Diesen Monat finden Sie, liebe Leserin, lieber Leser die «Brot für alle»-Agenda 2010 in ihrem Briefkasten. Sie finden darin ermutigende Geschichten und Berichte von fairem Handel und wie er Bauernfamilien im Süden eine sichere Lebensgrundlage ermöglicht. Diese positiven Beispiele machen Mut, selber zum gerechten Handel beizutragen z.B. mit dem Einkaufskorb. Schmeckt eine Tasse Kaffee nicht gleich viel besser, wenn ich weiss, dass der Kaffeepflanzer einen gerechten Preis für seine Bohnen erhält?
Elisabeth Gerber
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